Spannende Einblicke

Wechselausstellungen

Wechselausstellung „Wanted – der Luchs“

vom 11. Januar  – 7. April 2019

Wanderausstellung der Luchs-Initiative Baden- Württemberg e. V.
www.luchs-bw.de
 

Informationen zur Luchs-Initiative Baden-Württemberg e. V. und zur Wanderausstellung

Die Luchs-Initiative Baden-Württemberg e. V. setzt sich seit Jahren für ein wissenschaftlich begleitetes Wiederansiedelungsprojekt ein.

Um in der Öffentlichkeit für noch mehr Verständnis für den heimlichen Einzelgänger zu werben sowie über seine Lebensweise und Situation zu informieren, wurde 2013 eine neue Ausstellung „Wanted: der Luchs“ entwickelt.
Wunderschöne Fotos lassen den Betrachter die Faszination dieser großen Katzenart fast hautnah erleben, kurz gefasste Texte liefern alle wichtigen Informationen rund um den Luchs.
Ein präpariertes Exemplar rundet die Ausstellung ab.

Die Ausstellung wurde gefördert durch den Naturpark Südschwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (ELER).


Informationen zum Luchs

Der Luchs – die größte Raubkatze Europas – war einst auch in Baden-Württemberg heimisch, wurde dann intensiv bejagt und im Schwarzwald bereits Ende des 18. Jahrhunderts ausgerottet. Der allerletzte deutsche Luchs wurde 1846 bei Wiesensteig auf der Schwäbischen Alb erlegt.
Mittlerweiler ist durch Auswilderungsprojekte der Luchs in die Schweiz, die Vogesen, den Harz oder bald den Pfälzerwald zurückgekehrt.

In Baden-Württemberg jedoch wurden in den letzten Jahren nur sehr vereinzelt Luchse gesichtet.
Der im März 2013 im östlichen Schwarzwald fotografierte Luchs verstarb an einer Krankheit.
2015 konnte die Anwesenheit von zwei ebenfalls männlichen Luchsen im Schwarzwald nachgewiesen werden.
Einer der Luchse, genannt „Friedl“, konnte besendert werden, nachdem er nachweislich zwei Lämmer gerissen hatte.
Er stammt aus dem Schweizer Jura. Mithilfe des Senderhalsbandes wurde ein Jahr lang die Raumnutzung des Luchses erfasst.
Er streifte vom Schwarzwald bis auf die Zollernalb und hielt sich zuletzt im Oberen Donautal auf.
Das Senderhalsband hat sich inzwischen planmäßig gelöst, dafür konnte ein neuer Luchs, der aus den Schweizer Ostalpen stammt, besendert werden.
Er wurde „Tello“ getauft. Knapp sechs Monate sendete das Halsband regelmäßig Informationen über den Aufenthaltsort des Luchses an die Wissenschaftler.
Ende September 2016 ist das Halsband von Tello durch eine Kollision mit einem Auto abgefallen.
Er hat den Unfall überlebt und wurde seitdem immer wieder gesichtet.
Ein weiterer Luchs ist inzwischen sogar wieder an seinen Ausgangsort in der Schweiz zurückgekehrt.
Derzeit sind einige Luchskuder im Donautal nachgewiesen, einer stammt gar aus der Gegend um den Genfer See.

Immer wieder kommen vor allem junge männliche Luchse aus der Schweiz nach Baden-Württemberg, es ist aber damit zu rechnen, dass sie auf der – derzeit vergeblichen – Suche nach einem Geschlechtspartner auch wieder komplett aus Baden-Württemberg abwandern.
Auch wenn, wie ein Forschungsprojekt zur Akzeptanz des Luchses zeigt, die Bevölkerung dem „Pinselohr“ meist wohlwollend gegenübersteht, hat man sich in Baden-Württemberg bisher nicht zu einer aktiven Wiederansiedelung entschließen können.
Zudem besteht bei der Bevölkerung häufig Unwissen über das äußerst scheue Wildtier.
Darauf lassen auch die zahlreichen Falschmeldungen der letzten Jahre schließen.
Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, bietet Baden-Württemberg auch heutzutage geeigneten und ausreichenden Lebensraum für Luchse.
Anders als die Männchen zeigen Luchs-Weibchen kein ausgeprägtes Ausbreitungsverhalten, weshalb eine Bestandesstützung unumgänglich ist, wenn man den Luchs in Baden-Württemberg zurückhaben will.
 

Aktuelle Öffnungszeiten der Wechselausstellung:

Dienstag bis Donnerstag: 14 bis 16 Uhr
Freitag: 9 bis 12 Uhr
Sonntag & Feiertage: 14 bis 17 Uhr

ab 1. April
Dienstag bis Sonntag: 14 bis 17 Uhr
Freitag, Samstag, Sonntag: 10 bis 13 Uhr